Serien

Jyotsna Shrestha: Pattern Temple of Kathmandu" - mcdrent GALERIE
Jyotsna Shrestha: "Pattern Temple Of Kathmandu", 2017, 105 x 35 cm - aus der Serie "Nepal Inside", Pastellpasten auf Leinwand

Serie „Nepal Inside“

Wenn es darum ginge, Nepal zu erklären, gäbe es wohl keine bessere Reiseerzählerin als die Malerin Jyotsna Shrestha. In Kathmandu geboren und aufgewachsen, nimmt sie uns mit auf eine malerische Reise in ihr Heimatland.


Ihre Bilder erzählen Geschichten von Dämonen und Gottheiten, von fast vergessenen Riten und kulturellen Gebräuchen, von Tempeln und buddhistischen Klöstern. Und immer wieder von Landschaften mit den schneebedeckten Bergen des Himalajas, die das Hinterland Kathmandus prägen. Die wie mit einem rätselhaften Zauber belegten Einblicke in ihr Land muten uns zuweilen fremd und gleichermaßen geheimnisvoll an. Wer sich auf die Bilder einlässt, bekommt schnell Lust, tiefer in die außergewöhnliche Kultur Nepals einzutauchen.

Shrestha ist Autodidaktin und griff schon früh zu Pinsel und Farben. Das erste Rüstzeug für ihre Liebe zur Malerei bekam sie von ihrem Kunstlehrer Narayan Lamichhane in die Hand. Seitdem lässt sie das Malen nicht mehr los. Es sind die gewaltigen Farbspiele der Natur, die Shrestha bei ihrer Arbeit inspirieren: das changierende Licht der Sonne auf einem Bergmassiv, das flirrende Farbspiel auf der Oberfläche eines Bergsees oder die farbenfrohen Tempel Nepals.


Ihre Motive sind stets eng verflochten mit den kulturgeschichtlichen Wurzeln und Religionen ihres Landes. Warum sie malt? „It just makes me happy“, erklärt die Künstlerin spontan. Und das sieht man. Lassen Sie sich also Nepal in Bildern von einer echten Insiderin erklären.





Teo Tansek: View To The Sky - mcdrent GALERIE
Teo Tansek: "View To The Sky" - aus der Serie "Aphorismen in Kalk" - 2017, 115 x 65 cm Tadelakt & Naturpigmente auf Holz

Serie "Aphorismen in Kalk"

Teo Tansek ist ein Mensch, den Oberflächen und Materialien interessieren. Dass er irgendwann mit Kalk arbeiten würde, hätte auch er sich vor ein paar Jahren noch nicht  träumen lassen. Erstmals mit Kalk in Verbindung kam der gelernte Maler und Lackierer in der mcdrent Farbenmühle. Der Chef schickte ihn kurzerhand zu Experten nach Südfrankreich, wo er die Technik des Tadelakt von der Pike auf lernte. Schnell wurde Tansek klar, dass in dieser antiken Handwerkstechnik viel mehr Potenzial steckt.

Er, der von Kindesbeinen an Spaß am kreativen Gestalten hat, bekam die Idee, dem Material Kalk in seinen Bildern eine neue Gestalt zu geben. Dass Kalk angeblich nur auf Mauerwerk funktioniert, forderte Tansek zum Experimentieren mit Untergründen heraus. Seitdem lässt er in seinen Arbeiten den Werkstoff Kalk für sich arbeiten. Pigmente aus natürlichen Erden sorgen für die Farbgebung und gehen mit Kalk eine untrennbare Verbindung ein, so wie sie aus den Freskomalereien seit vielen Jahrhunderten bekannt und schon beinahe wieder in Vergessenheit geraten ist.

Bei dieser aufwendigen Tadelakt-Technik trägt Tansek mehrere Schichten Kalk auf den Malgrund auf und arbeitet Naturpigmente in seine Motive ein. Durch Spachteln, Glätten, Verdichten und Polieren entstehen plastisch wirkende Bilder, die man unvermittelt berühren möchte. Ihre erhabenen Oberflächen schimmern matt und warm und erinnern an Marmor. Oder an die Stadttore und Paläste Marrakeschs – dort wo die Tadelakttechnik ihren Ursprung hat.

 




Hardy Bock: "Der Anfang ist das Ende ist der Anfang - I" - mcdrent GALERIE
Hardy Bock: "Der Anfang ist das Ende ist der Anfang" - Ausschnitt vom Triptychon zur Serie "Krieg und Frieden", 2018, 100 x 35 cm, Pastellpasten auf Leinwand

Serie „Krieg und Frieden“

Was haben Krieg und Frieden mit dem Thema Reisen zu tun? Dieser Frage stellten sich drei Künstler im Rahmen dieser gemeinsamen Ausstellungsserie.


Wir reisen mit oder ohne Gepäck in alle Winkel unserer Erde. Die Gefahren dabei bleiben oft überschaubar. Doch in Zeiten von Krieg, Vertreibung und Flucht wird für viele Menschen in Krisenherden das Reisen zu einer unfreiwilligen Angelegenheit, die oft von traumatisierenden Erlebnissen begleitet ist.


Dieses Leid, das Schreckliche und Unfassbare macht Teo Tansek in seinen Arbeiten sichtbar. Der gebürtige Slowene hat während des Jugoslawienkriegs selbst miterlebt, was es bedeutet, Opfer von Krieg, Verlust und Vertreibung zu sein. In fast plakativer Weise gibt er den Kriegsopfern in seinen Bildern ein Gesicht.


Jens Müller setzt sich in seinen Arbeiten mit den Ursachen des Krieges auseinander. Er stellt die Frage in den Raum, wie Krieg beginnt und wodurch er verursacht wird. In seinen intuitiven Bildern zeigt er auf, dass Krieg oder Frieden kein automatischer Zustand ist, der einfach geschieht, sondern eine Auseinandersetzung des einzelnen Individuums mit sich selbst verlangt.


Hardy Bock schließt diese Serie mit seinem Werk „Der Anfang ist das Ende ist der Anfang“. Ihn interessiert der Gegenpol zwischen beidem und er meint: „Ohne Krieg gäbe es den Begriff Frieden gar nicht. Er wäre Normalzustand.“ In seinem Triptychon regt er an, wie Frieden entstehen kann und dass Krieg nicht notwendigerweise das Ende bedeuten darf.





Hardy Bock: Fliegender Cheops - mcdrent GALERIE
Hardy Bock: "Fliegender Cheops" - aus der Serie "NRW - Out Of Context", 2018, 40 x 80 cm, Pastellpasten auf Leinwand

Serie "NRW-Out Of Context"

Wenn markante Punkte und Gebäude aus dem Ruhrgebiet auf Weltreise gehen, dann sind wir plötzlich gezwungen, unsere Sehgewohnheiten zu hinterfragen. „Die Hinterfragung findet aber erst dann statt, wenn es eine Irritation gibt“, erklärt der Mülheimer Künstler Hardy Bock zu seinen Bildern.

Um Transformation und Transportation geht es ihm in dieser Serie. Und er will bewusst die Grenzen des routinierten Blickes durchbrechen, Verwirrung stiften, für Irritation sorgen.
Das gelingt ihm mit seinen Bildern ganz vortrefflich. Indem er bekannte Wahrzeichen aus ihrem Kontext löst und sie einer neuen Umgebung unterordnet, beraubt er sie ihres
gewohnten Ursprungs. Markante Motive erhalten einen neuen Platz. Wie freundlich gesinnte Kuckuckskinder reihen sie sich in ihre neue Umgebung und Nachbarschaft ein.
Durch den Ortswechsel seiner Motive führt uns der Künstler aufs Glatteis unserer gewohnten Erfahrungen und Prägungen. Ihre Originalität erhalten seine Werke vor allem dadurch, dass Bock Ungewohntes zusammenfügt und Bekanntes neu zusammensetzt. So verbindet er in seinen Bildern Orient und Okzident, Antike und Moderne, Kultur und Kommerz, Status und Ohnmacht. Damit schafft er ungewöhnliche Verknüpfungen mit neuer Sinnhaftigkeit, die beim Betrachter Erstaunen und Verblüffung hervorrufen.

 

 



Hardy Bock: In die ewigen Gestade... - mcdrent GALERIE
Hardy Bock: "In die ewigen Gestade..." - aus der Serie "Folge mir...", 2018, 80 x 60 cm, Pastellpasten auf Leinwand

Serie „Folge mir…“

Für Hardy Bock ist eine Porträt-Serie gleichbedeutend mit einem Reisekonzept. Denn für ihn findet die Reise bereits im Blick der Augen statt und beginnt beim Lesen in Gesichtern. Sie sind Ausdruck und Spiegel der Persönlichkeit, spiegeln sich in ihnen doch eine Bandbreite an Empfindungen und Gefühlen sowie die Spuren ihrer Erfahrungen und des Erlebten wider.


Das Porträt an sich ist für den Mülheimer Künstler ein Prozess, bei dem er sich bemüht, zum Kern seines Gegenübers vorzudringen, es zu studieren und kennenzulernen. Diese Intensität der Auseinandersetzung ist in seinen Porträts deutlich spürbar. Was daraus entsteht und sich in seinen Bildern ausdrückt, ist nicht selten eine Spiegelung seiner selbst, seine subjektive Interpretation des Erahnten und Gesehenen.

Für den versierten Künstler Hardy Bock ist die Porträtmalerei kein neues Genre, das erst noch ergründet werden muss. Dennoch ist sie für ihn persönlich immer wieder eine faszinierende Reise durch einen Augenblick. Sie ermöglicht es ihm, für einen Moment mit seinem Gegenüber in eine andere Welt einzutreten, in dessen individuelle Welt.